Der frische Duft nach Persil

Wanderausstellung im Seniorenzentrum Haus der Diakonie weckt alte Erinnerungen

Lage. Waschbrett, Henkelmann und Einmachglas wecken bei älteren Menschen sofort Erinnerungen. Die Ausstellung „Ganz schön viel Maloche“ des LWL-Industriemuseums wurde jetzt im diakonis-Seniorenzentrum Haus der Diakonie eröffnet. Noch bis zum 21. Juli kann sie in der Friedrich-Petri-Straße 65 in Lage besichtigt werden.

„Die Ausstellung erzählt alltägliche Geschichten aus den 50er bis 80er Jahren − vom Lohn, der Arbeit und der Freizeit“, sagte Tim Penning, einer der insgesamt elf wissenschaftlichen Volontäre, die an dem Projekt beteiligt waren. „Uns ist bewusst, dass es zu dem Thema Besucher gibt, die nicht mehr mobil sind. Deshalb zieht diese Wanderausstellung seit einem Jahr durch verschiedene Senioreneinrichtungen“, erklärte Penning weiter. Im Kreis Lippe ist das Haus der Diakonie die einzige Station, ansonsten ist sie vorwiegend im Ruhrgebiet zu sehen.

Insgesamt acht Module, die mit dem Rollstuhl gut angefahren werden können, wurden entwickelt. „Die Objekte sprechen bewusst alle Sinne an, sie dürfen gerne angefasst werden“, so der junge Wissenschaftler weiter. „Wir freuen uns, dass wir ein Teil der Wanderausstellung sein dürfen. Die Exponate werden viele Erinnerungen bei unseren Bewohnerinnen und Bewohnern wachrufen“, versicherte Monika Kaetzel, stellvertretende Hausleitung. Penning führte nach der Eröffnung durch die Ausstellung. Voller Freude an die damalige Zeit schauten sich die Senioren die alten Bilder und Gegenstände an und kamen sogleich ins Gespräch. Duftende Dosen mit frischem Persil-Pulver oder intensiven Einmach-Gewürzen machten dabei die Runde. Viele Damen erzählten, wie mühsam früher Obst und Gemüse in dem großen Topf eingeweckt wurde. „Aber es war ein wunderbares Gefühl, wenn die Gläser nachher alle so schön nebeneinander im Regal im Keller standen. Jetzt hatten wir genug zu essen!“, berichtete Waltraut Schwarze, Vorsitzende des Seniorenbeirates im Haus der Diakonie. Manchmal gingen die Gläser aber auch auf und der Inhalt verdarb. „Ja, es war damals viel, viel Arbeit, aber es gab auch einen großen Zusammenhalt untereinander. Man saß nach Feierabend immer zusammen und klönte. Das war sehr schön“, erinnert sie sich gerne.

Tim Penning vom LWL-Industriemuseum führte durch die Ausstellung, die sich (von links) Vorstand Dagmar Nitschke, die Bewohnerinnen Waltraut Schwarze und Gisela Hangstein sowie Monika Kaetzel (stellv. Hausleitung) gerne anschauten.

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