Projekt unterstützt das Sterben in Würde

Ambulanter Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Lippe möchte Kultur der hospizlich-palliativen Versorgung in den Seniorenheimen verbessern und fest verankern

Detmold. Um unter würdigen Bedingungen in einem Altenheim sterben zu dürfen, braucht es eine „Kultur“ zu dem Thema in der jeweiligen Einrichtung. Eine Spende in sechsstelliger Höhe nimmt der Ambulante Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Lippe (AHPB) jetzt zum Anlass, Altenheime gezielt darin zu unterstützen, diese Einstellung verbindlich für ihr Haus umzusetzen. Drei Jahre dauert dieses Projekt, an dem vier Einrichtungen aus dem Kreis Lippe teilnehmen. Mit dabei ist auch das Haus der Diakonie von diakonis in Lage.

Es geht um die letzte Lebensphase: Betroffene und Angehörige, aber auch Mitarbeiter im Seniorenheim, erleben gemeinsam die besondere Situation. Die Projetteilnehmer berichten, dass diesem Moment in den Einrichtungen schon sehr viel Aufmerksamkeit und Feinfühligkeit gewidmet wird. Im Haus der Diakonie gibt es bereits seit zwei Jahren einen Arbeitskreis dazu. „Wir haben schon viel bewirkt. Trotzdem stoßen wir immer wieder an die gleichen Grenzen. Wir sind an einem Punkt angekommen, wo wir Input und Kontakte von außen brauchen, deshalb sind wir für die Unterstützung durch das Projektangebot jetzt sehr dankbar“, so Hausleitung Carola Hilker.

Sozialwissenschaftlerin Iris Bleiker, die vom Spendengeld halbtags finanziert wird, nahm bereits ihre Arbeit auf. Bei Gesprächen im Haus der Diakonie in Lage, im Salzestift in Bad Salzuflen, im Haus „St. Elisabeth-Stiftung“ in Bad Meinberg sowie im „Dolzer Teich“ in Detmold wurden jetzt erste Ziele festgelegt. Alle Berufsfelder, wie Hausmeister, Küchenhilfen, Pfleger sowie Betreuer, finden ihre Beachtung in den sogenannten Steuerungsgruppen. „Ziel ist es, dass sich das gesamte Team im Haus sicher fühlt, die richtigen Entscheidungen zu treffen“, so AHPB-Geschäftsführer Andreas Lüdeke. Diese „strukturell hinterlegte“ Kultur der hospizlich-palliativen Versorgung fest zu verankern, sei Hauptaufgabe des Projekts. Zahlreiche Punkte, wie zum Beispiel, dass Medikamente für den Notfall rechtzeitig im Heim vorliegen, dass die Bewohner bewusst auf ihre Wünsche am Lebensende angesprochen werden, wie Zeit und Raum trotz der hohen Arbeitsbelastung geschaffen werden können, etc. begleiten nun die intensive Projektarbeit. „Parallel unterstützen wir dazu alle interessierten Altenheime im Kreis Lippe im Kompetenznetzwerk Palliative Geriatrie, der sich zwei Mal im Jahr trifft“, so Lüdeke.

Carola Hilker, Hausleitung vom Haus der Diakonie von diakonis in Lage, (3. von rechts) freut sich mit den anderen Einrichtungsvertretern sowie Andreas Lüdeke und Ilse Böinghoff (AHPB Lippe, 2. und 4. von links) und Koordinatorin Iris Bleiker (3. v. li).

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