97 Luftballons gehen auf die Reise

Stationäres Hospiz feiert Gedenkgottesdienst mit rund 130 Angehörigen

Detmold. Einmal im Jahr feiert das Stationäre Hospiz von diakonis einen Gedenkgottesdienst, zu dem alle Angehörigen eingeladen sind, die hier einen geliebten Menschen bis zum Schluss liebevoll begleitet haben. Seit dem Gottesdienst im vergangenen Jahr starben 97 Menschen im Hospiz. Rund 130 Besucherinnen und Besucher kamen zu dem Anlass am vergangenen Freitag in die Kirche des Diakonissenhauses. Gemeinsam erlebten sie wundervolle Momente, bei dem die Verstorbenen durch farbige Papier-Luftballons sinnbildlich auf ihre letzte Reise verabschiedet wurden.

Zunächst durfte jeder eine Kerze für die oder den Verstorbenen anzünden und in einer Wanne aus Sand stellen. Iris Opitz-Hollburg, Pfarrerin i.R. und Seelsorgerin im Hospiz, führte durch den Gottesdienst, der von Orgel, Querflöte und Keyboard feierlich begleitet wurde. „Der zerplatzte Ballon“ lautete die Geschichte, die Hospiz-Mitarbeiterin Antje Schmidt vom Begleitenden Dienst vortrug. Eine Trostgeschichte, in der es darum geht, dass die Luft aus einem Ballon nicht plötzlich weg ist, nur weil er zerplatzt ist. Für jede Person, die im Hospiz ihre letzte Ruhe gefunden hat, konnten die Angehörigen am Gedenkbaum einen farbigen Luftballon aus Papier befestigen. Diese Luftballons wurden nun im Hospiz abgehängt und nach dem Verlesen des Namens im Gottesdienst auf einer Wolke an der Wand neu drapiert. Im Anschluss waren alle zu einem Imbiss und zum gemeinsamen Austausch in den Saal des Mutterhauses eingeladen.